Historischer Stadtrundgang "Auf den Spuren von Theodor Heuss": Stadt Brackenheim

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Wandeln Sie auf den Spuren des 1. Bundespräsidenten Theodor Heuss...

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Wandeln Sie auf den Spuren des 1. Bundespräsidenten Theodor Heuss...

... und entdecken Sie seine Geburtsstadt Brackenheim

Grüß Gott und Herzlich Willkommen zu unserem Stadtrundgang "Auf den Spuren von Theodor Heuss" durch Brackenheim. Er führt Sie auf den Spuren von Theodor Heuss durch den Geburtsort des ersten Bundspräsidenten. Hier erblickte er am 31. Januar 1884 das Licht der Welt und nur zwei Wochen nach seiner Wahl zum ersten Bundespräsidenten am 12. September 1949 verlieh Brackenheim als erste Stadt ihrem großen Sohn die Ehrenbürgerschaft. In "Vorspiele des Lebens" erinnert sich Theodor Heuss an Brackenheim "als ein damals abseitiges Oberamtsstädtchen von etwa 1.500 Einwohnern".

Heute mit seinen Stadtteilen Botenheim, Dürrenzimmern, Haberschlacht, Hausen, Meimsheim, Neipperg und Stockheim und über 16.260 Einwohnern ist Brackenheim nicht nur ein leistungsfähiges Unterzentrum, sondern auch die größte Weinbaugemeinde Württembergs. Darüber hätte sich Theodor Heuss sicherlich gefreut, schätzte er den Brackenheimer Lemberger nicht nur bei bei seinen Besuchen in der Weingärtnergenossenschaft, sondern machte ihn auch in Bonn bei Staatsempfängen "hoffähig".

Trotz der rasanten Entwicklung, welche die Stadt insbesondere in der Nachkriegszeit erfahren hat, lassen sich in Brackenheims renovierter historischer Altstadt zahlreiche Orte und Gebäude entdecken, die Theodor Heuss in seinen Erinnerungen beschreibt.

1) Obertorhaus, Obertorstraße 27

Nach Abtragung der historischen Stadtmauer 1828 anstelle des Obertorturmes errichtet. Bis 1907 diente das Gebäude als Oberamtsgefängnis. Bereits 1968 richtete die Stadt Brackenheim hier die erste Theodor Heuss-Gedenkstätte ein. Im Sommer 2000 wurde das Theodor Heuss Museum der Stadt Brackenheim hier mit einem neuen multimedialen Konzept wiedereröffnet.

2) Bronzestatue Theodor Heuss

Am 31. Januar 2009, dem 125. Geburtstag von Theodor Heuss, enthüllten Bundespräsident Horst Köhler und Ministerpräsident Günther Oettinger gegenüber dem Eingang zum Museum die Bronzestatue Theodor Heuss des Bildhauers Karl-Henning Seemann.

3) Renaissance-Schloss

Errichtet im 16. Jahrhundert. In seinen Erinnerungen beschreibt Theodor Heuss Innenhof, Brunnen, Keller und Dachräume sehr lebendig als Räume seiner Kinderspiele. Geschmückt wird die dreiflüglige Anlage von runden Treppentürmchen und einer hölzernen Galerie. Das Schloss diente den württembergischen Herzögen als Jagdschloss und Herzogwitwensitz. Im 19. Jahrhundert war das Schloss Amtssitz des Oberamtmannes. Seit 1994 wird die ehemalige Schlosskapelle vom „Kulturforum Brackenheim e.V.“ als Kleinkunstbühne genutzt

4) Haus des Landtagsabgeordneten Stephan Schmid, Obertorstraße 17

Erbaut 1595. In diesem Haus war im 18. Jahrhundert die Stadt- und Amtsschreiberei untergebracht. 1747 wurde hier David Christoph Seybold, Humanist, Reformpädagoge und Schriftsteller geboren.

5) Haus des Spitalmeisters Wolf Michel, Obertorstraße 12

Hier wurden zwei Häuser zur heutigen Größe verbunden. Das Gebäude rechter Hand wurde 1461 als Pfründhaus der Heilig-Kreuz-Pfründe gestiftet. Im 18. Jahrhundert ging das Haus in den Besitz hochgestellter Beamter über.

6) Vogtei, Obertorstraße 15

1438-42 erbaut und damit wohl das älteste noch erhaltene Wohnhaus Brackenheims. Das Haus diente bis ins 18. Jahrhundert als Amtssitz des Vogtes, dem Vertreter des Landesherrn. Theodor Heuss behielt es in ganz anderer Erinnerung: Hier hatte Carl Bossaller seine Konditorei und Lebküchnerei, die Heuss in seinem Buch „Vorspiele des Lebens“ anschaulich beschreibt.

7) Dekanat, Obertorstraße 6

Erbaut 1749 von der Universität Tübingen. Darauf verweisen die gekreuzten Zepter auf dem Wappenstein über der Eingangstür. Bis 1977 als Dekanat genutzt

8) Röhrbrunnen, Heilbronner Straße/Ecke Obertorstraße

Aus dem 16. Jahrhundert. Ersetzte den älteren Eichbrunnen der Stadt, wurde 1731 erneuert und erhielt eine Brunnensäule mit Neptunfigur, Delphin und einem Brackenheimer Wappenschild.

9) Renaissancetorbogen, Staffelgasse 11

Der schön gearbeitete Schlussstein zeigt einen mächtigen Löwenkopf mit weit aufgerissenem Maul, der mit beiden Pranken ein Handwerkerzeichen mit Metzgerbeil und Ochsen hält.

10) Fachwerkhäuser mit Handwerkerzeichen, Entengasse 12-19

Die Zeichen über dem Eingang weisen darauf hin, wer hier einst gebaut hat: Im 1772 errichteten Haus Nr. 19 war es ein Schuhmacher und im Haus Nr. 12 aus dem Jahr 1747 weisen Rebmesser und Traube auf einen Weingärtner hin. Schon die mittelalterliche Stadt hatte ihren wirtschaftlichen Schwerpunkt im Weinbau und Weinhandel. Davon zeugen auch die vielen Keller der Stadt. So kann Brackenheim als größte Weinbaugemeinde Württembergs auf eine lange Tradition zurückblicken.

11) Geistliches Verwaltungsbandhaus und Fruchtkasten, Schleglergasse 13

Hier wurden Einkünfte an Frucht und Wein gelagert und Fässer hergestellt. Heute bereichert hier der Kunstverein Brackenheim e.V. das kulturelle Leben der Stadt durch wechselnde Kunstausstellungen. An der Nordseite des Gebäudes ist ein Wappenstein aus dem Jahr 1495 eingelassen. Abgebildet sind die Wappen der Grafschaft Württemberg und der Stadt Brackenheim, gehalten von einem Engel.

12) Rathaus, Marktplatz 1

Das heutige Gebäude wurde 1774-76 errichtet, nachdem das alte Rathaus aus dem 15. Jahrhundert dem großen Stadtbrand von 1691 zum Opfer gefallen war. Vor diesem zweigeschossigen Rokokogebäude mag auch der kleine Theodor Heuss gestanden und im Giebelfeld über dem kleinen Balkon das Relief mit dem herzoglichen Wappen und den Gestalten der Gerechtigkeit und des Friedens angeschaut haben. Jahrzehnte später wurde er hier zur Verleihung der Ehrenbürgerschaft der Stadt Brackenheim am 2. Oktober 1949 im Ratssaal empfangen. Anlässlich der Modernisierung im Jahr 2001 wurde die Fassade originalgetreu rekonstruiert. Im Jahr 2011 erfuhr das Rathaus eine moderne Erweiterung.

13) Bürgerhaus, Marktstraße 8

Geburtshaus des 1869 geborenen Arztes Otto Wendel. Er war Botschaftsarzt sowie Gründer und Leiter des deutschen Krankenheims in Madrid. Nach seinem Tod hinterließ er seiner Geburtsstadt eine Stiftung mit seinem Namen.

14) Neues Spital, Marktstraße 17

Gegründet 1487 von geistlicher und weltlicher Obrigkeit der Stadt Brackenheim. Zu seinen Aufgaben zählten unter anderem die Unterstützung der Armen und die Versorgung der Pfründner, die sich ins Spital eingekauft hatten und dafür bis an Ihr Lebensende versorgt wurden. Über dem Türsturz sind das Wappen Brackenheims und das Siegel des Spitals sowie eine Inschrift angebracht, die auf Stadtbrand und Wiederaufbau des Gebäudes hinweist.

15) Lateinschule, Marktstraße 10

Das anstelle des niedergebrannten Alten Spitals 1741-47 neu erbaute Haus war zunächst eine Mädchenschule. Von 1804 bis 1967 diente es als Lateinschule, die auch ein Bruder von Theodor Heuss besuchte. In der Präzeptoratswohnung dieses Gebäudes wurde Theodor Mögling (1814-1867) geboren, ein bekannter Mitstreiter der deutschen Revolution von 1848.

16) Meiereigebäude des Spitals, Spitalgasse 1

Neu errichtet 1741 als Wohnhaus des Spitalmeiers, der die Güter des Spitals bewirtschaftete.

17) Evangelische Stadtkirche St. Jakobus

Im 13./14. Jahrhundert als Kapelle als eine der vielen Stationen auf dem Pilgerweg nach Santiago de Compostela in Spanien erbaut. Die Chorturmanlage stammt aus dem 13. Jahrhundert, der Chor selbst ist mit einem Netzgewölbe versehen. Das Kirchenschiff wurde im 15. Jahrhundert erweitert und mit einer bemalten gotischen Holztonnendecke bespannt. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurde die Kapelle zur Pfarrkirche erhoben. In diese Kirche wurde auch der kleine Theodor Heuss mitgenommen, und er erinnert sich später noch an das Lob für sein „Stillsitzen“.

18) Alte Schule, Kirchstraße 11

Errichtet 1608-1610 mit Ziergiebel. Als Schule diente das Gebäude bis 1896.

19) Neues Bad, Heilbronner Straße 16

Bis 1530 stand an dieser Stelle ursprünglich das Beginenhaus. Nach 1576 errichtete die Stadt hier ein Bad. Nach dem Stadtbrand von 1691 wurde im Gebäude provisorisch das Rathaus eingerichtet.

20) Sommerhaus der Vogtei

Das Rückgebäude der Obertorstraße 15 diente ursprünglich wohl als Sommerhaus und zeigt schönes spätmittelalterliches Sichtfachwerk.

21) Haus des Magisters Sauselin, Rosengasse 13

1580 ließ Magister Andreas Sauselin dieses Äckerbürgerhaus, einen zweistöckigen Fachwerkbau mit massivem Erdgeschoss, errichten. Eine Verlängerung nach Westen erfolgte 1594.

22) Herzogliches Werk- und Bandhaus, Bandhausstraße 2

Ende des 16. Jahrhunderts errichtet, diente der Bau als "Werkhaus" zur Aufbewahrung von Baumaterialien und als "Bandhaus" zur Herstellung der für den Schlosskeller benötigten Fässer. 

23) Äußerer Spitalbau, Bandhausstraße 2/1

1587 ließ das Spital vor dem oberen Tor den sogenannten "äußeren Spitalbau" mit einem großen Keller errichten, der der Lagerung von Getreide und Wein diente. In diesem Gebäude war von 1861 bis 1914 das Bezirkskrankenhaus untergebracht. In den 1950er Jahren wurde es zum Wohnhaus umgebaut und aufgestockt.

24) Altes Postamt, Georg-Kohl-Straße 2

Etwas außerhalb der Altstadt befindet sich das Alte Postamt von 1902. Dies wird  heute als Jugendhaus genutzt.

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