Brackenheim und seine Stadtteile: Stadt Brackenheim

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„Willkommen in der Wein- und Heuss-Stadt Brackenheim“, so werden die Besucher an allen Ortseingängen begrüßt. Denn Brackenheim ist stolz darauf, die Geburtsstadt des 1. Bundespräsidenten Prof. Dr. Theodor Heuss zu sein. Der große Politiker, Demokrat, Staatsmann, Bildungsbürger und Literat wurde am 31. Januar 1884 in Brackenheim geboren. Sein Geburtshaus ist heute leider nicht mehr erhalten. Aber das städtische Museum, eine Bronze-Skulptur des ersten Bundespräsidenten von Karl-Henning Seemann, die im Jahr 2009 von Bundespräsident Horst Köhler eingeweiht wurde, sowie insgesamt 13 im gesamten Stadtgebiet verankerte „Denkanstöße“, Stelen mit seinen Zitaten zu Demokratie und Menschenrechten, erinnern an Brackenheims großen Sohn. Dieses Erbe verpflichtet. Die Arbeit des Theodor Heuss Museums, aber auch die seit 1989 jährlich stattfindende Feierstunde zum Tag der Deutschen Einheit sowie viele weitere Veranstaltungen unterstreichen die zentrale Rolle der Demokratie in unserem Land. Mit Städtepartnerschaften in Frankreich, Italien, Polen und Ungarn tritt die Heuss-Stadt außerdem für ein vereintes und friedliches Europa ein. English

Brackenheim ist eine Millionenstadt – zumindest wenn man die Anzahl der Weinreben betrachtet. Mit rund 840 Hektar Anbaufläche ist die Heuss-Stadt die größte Weinbaugemeinde Württembergs und die größte Rotweingemeinde Deutschlands. Die vinophile Paradedisziplin der Brackenheimer Wengerter ist natürlich der Lemberger. Und damit ist ein weiteres Superlativ verbunden: Aufgrund des großen Anteils dieser besonders ausdrucksstarken Traubensorte ist Brackenheim sogar die größte Lemberger-Gemeinde des Universums. Na dann, Prost - Versuchen Sie doch einmal den vortrefflichen Wein, der in den Genossenschaften oder bei zahlreichen privaten Weingütern gekeltert wird!

Seit der Gemeindereform in den 70er-Jahren besteht die Stadt aus insgesamt acht Stadtteilen. Unter dem Motto „Acht Teile – ein Ganzes“ haben sich sämtliche Stadtteile ein kulturelles Eigenleben sowie eine rege Vereinslandschaft bewahrt. Nach dem Leitsatz „Dezentral so viel wie möglich, zentral so viel wie nötig“ gibt es in der Gesamtstadt unter anderem elf Schulen, 13 Hallen, 15 Sportplätze, acht Feuerwehren und acht Friedhöfe. Mit insgesamt rund 16.300 Einwohnern ist die Heuss-Stadt heute die größte Kommune im Zabergäu sowie die fünftgrößte Stadt im Landkreis Heilbronn.

Stadtteil Brackenheim

Brackenheim kann auf eine 5000 - 6000 Jahre alte Besiedlungs- geschichte zurückblicken. Die älteste erhaltene urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1246. Damals zeugte ein Ulrich, Leutpriester in Brackenheim, für eine Urkunde Erkingers von Magenheim. Der Name Brackenheim kommt aber schon im 12. Jahrhundert vor, als im Hirsauer Kodex ein Zeisolf von Brackenheim dem Kloster Güter in Botenheim und Meimsheim vermachte. Im Jahre 1280 erhob König Rudolf von Habsburg Brackenheim zur Stadt, mit allen Rechten und Freiheiten, welche die Reichsstadt Esslingen hatte. Nach Gründung des Königreichs Württemberg im Jahre 1806 wurde Brackenheim in den folgenden Jahren eine der 65 Oberamtsstädte, die in den nach französischem Vorbild eingeteilten vier Kreisen eingerichtet wurden. Aufgrund seiner Funktion als Oberamtsstadt, ihrer Lage sowie dem Sitz zahlreicher überörtlicher Behörden und Institutionen hatte Brackenheim bis zur Auflösung des Oberamts im Jahre 1938 - wie auch heute noch - eine zentrale Funktion im Zabergäu. Seit dieser Zeit gehört Brackenheim zum Landkreis Heilbronn.

Der Marktplatz war ursprünglich überbaut. Der Stadtbrand von 1691, bei dem112 Gebäude abbrannten, machten eine Neugestaltung des Platzes notwendig. Die Apotheke (Marktstraße 15) von 1696, die aus zwei Häusern zusammengebaut wurde, war eines der ersten wieder aufgebauten Gebäude am Marktplatz. Am Standort des heutigen Rathauses stand schon das alte Rathaus von 1424, das beim Stadtbrand von 1691 zerstört wurde. Es wurde 1774 - 1776 nach einem Entwurf des Landbaukontrolleurs Johann Adam Groß d.J. im Rokokostil erbaut. Die evangelische Johanniskirche auf dem Brackenheimer Friedhof ist eine spätromanische Basilika mit hochgotischem Chor. Im Chor sind Wandmalereien des 13. und 14. Jahrhunderts zu sehen. Ursprünglich war sie die Brackenheimer Stadtpfarrkirche. Das Theodor-Heuss-Museum am südlichen Ende der Obertorstraße im 1828 erbauten Neuen Torhaus wurde 1968 als Theodor-Heuss-Gedächtnisstätte gegründet. Es wurde zwischenzeitlich völlig neu gestaltet und am 5. August 2000 wieder eröffnet.

Heutige Stadt
Die heutige Stadt wurde planmäßig angelegt, von ihrer Befestigung sind noch Reste der Stadtmauer erhalten. Das an der Südecke der Altstadt stehende Stadtschloss wurde anstelle einer alten Burg unter Herzog Christoph 1556 - 1559 von Baumeister Martin Berwart erbaut. Nach einem Brand wurden der Westflügel und der nördliche Querflügel als Württembergischer Witwensitz Wohnung des Obervogts und Sitz des Oberamts. Die Anfänge der heutigen Kirche mit frühgotischer Chorturmanlage dürften aus der Zeit um 1300 stammen. Die vormalige Jakobuskapelle wurde erst nach der Reformation zur Stadtkirche erhoben. Das Kirchenschiff ist von einem hochgotischen bemalten Holztonnengewölbe überspannt. Sehenswert ist ein Kruzifix aus dem 14. Jahrhundert, ein spätgotisches Heiliges Grab, zwei große Reliefs und eine Kanzel aus dem Frühbarock.
 

Stadtteil Botenheim

Der Ort wurde erstmals 793 urkundlich erwähnt. Im Jahre 1993 wurde das 1200jährige Bestehen gefeiert. Sehenswert sind das Deutschordens-Gülthaus von 1607, ein dreistöckiger Renaissancebau, und die spätgotische evangelische Marienkirche mit ihrem massiven romanischen Turm aus dem Jahre 1280. Das Schiff der Kirche wurde 1744 spätbarock umgestaltet. Im modernisierten Inneren befinden sich noch ein schönes Altarkreuz des 17. Jahrhundert (um 1750 von dem Comburger Stiftsmaler Johann Georg Raymann neu gefasst), ein spätgotisches Heiliges Grab, eine klassizistische Orgel von 1825 und Chorfenster von Valentin Saile aus dem Jahre 1955. Im Chor und an den Außenwänden der Kirche sind mehrere sehenswerte Epitaphien des 16./17. Jahrhundert angebracht. Im ehemaligen Schul- und Rathaus in der Ortsmitte, das 1838 erbaut wurde, ist das Heimatmuseum, das der Heimatverein Brackenheim ehrenamtlich betreibt, untergebracht. Botenheim hat sich am 1.1.1971 der Stadt Brackenheim angeschlossen.

Stadtteil Dürrenzimmern

Das ehemalige freie Reichsdorf am Fuße des Heuchelbergs, unterhalb des "Hörnle" (323 m) gelegen, bestand schon im 8. Jahrhundert. Der von ausgedehnten Weinbergen geprägte Ort präsentiert dem von Norden Kommenden gleich beim Ortseingang mit der evangelischen Pfarrkirche, dem alten Rathaus und der ehemaligen Kelter, der heutigen Gemeindehalle, das historische Zentrum. Die evangelische Maria-Magdalena-Kirche stammt aus drei verschiedenen Epochen: Mit dem Chorturm aus der Frühgotik und dem Schiff aus den Jahren 1507 und 1620, wie alte Inschriften an den Außenwänden der Kirch belegen. Die Inschrift von 1620 überliefert auch die Namen der Baumeister Heinrich Ernst und Hans Pfaff. Die Kirche wurde im Zweiten Weltkrieg beim Luftangriff auf Dürrenzimmern am 2. April 1945 stark beschädigt und nach dem Wiederaufbau am 12. Oktober 1947 wieder eingeweiht. Dürrenzimmern hat sich am 1.11.1971 der Stadt Brackenheim angeschlossen

Stadtteil Haberschlacht

Der für seinen Rotwein bekannte Weinort wurde 1229 erstmals erwähnt. Sehenswert ist das alte 1837/38 im Stil des Klassizismus errichtete Keltergebäude in der Ortsmitte, in dem Kelter, Schul- und Rathaus und die Wohnungen des Schulmeisters und des Lehrgehilfen untergebracht waren. Und die evangelische Pfarrkirche St. Jakob anstelle eines mittelalterlichen Vorgängerbaus 1791 erbaut - unter Verwendung des kreuzrippengewölbten Turmchores, der unten früh-, oben spätgotisch ist. Im Inneren sind insbesondere die Renaissancekanzel und ein romanischer Taufstein sehenswert. Heute ist die Kelter ein modernes Bürgerhaus und Treffpunkt für jung und alt; auch die örtliche Verwaltungsstelle ist dort eingerichtet. Haberschlacht hat sich am 29.2.1972 der Stadt Brackenheim angeschlossen. 

Stadtteil Hausen an der Zaber

Die Weinbaugemeinde wurde 1964 durch den Fund der Jupiter-Gigantensäule und durch andere römische Funde aus dem 2. und 3. Jahrhundert n. Chr. bekannt. Ein Abguss der Säule ist unweit des Fundortes bei der Gemeindehalle aufgestellt. Das Original befindet sich in der Antikenabteilung des Württembergischen Landesmuseums in Stuttgart. Die evangelische Pfarrkirche St. Georg weist noch den im Kern romanischen, u. a. 1290 und um 1350 gotisch umgebauten Chorturm auf. Das Kirchenschiff ist ein moderner Bau von 1961. Außen am Turm befindet sich ein hochgotisches Ritterstandbild aus dem 13. Jahrhundert. Hausen a.d.Z. hat sich am 1.10.1974 der Stadt Brackenheim angeschlossen.

Stadtteil Meimsheim

Bereits zur Römerzeit besiedelt war Meimsheim ein Knotenpunkt für ein überörtliches Straßennetz. An die ehem. Römersiedlung - und somit an das hohe Alter des Wohnplatzes - erinnern zwei in der evangelischen Pfarrkirche St. Martin vermauerte Römersteine. Die weit außerhalb des Dorfkerns inmitten eines Friedhofs stehende Kirche ist ein typisches Dokument der Jahresringe der ältesten Dorfkirchen im Landkreis: Im Kern ist sie mit romanischer Chorturmanlage erbaut worden, der Chor wurde in spätgotischer Zeit erweitert, 1515 die Sakristei angebaut. Das Schiff von 1455 - 1462 mit Holztonnengewölbe erbaut, wurde im 18. Jahrhundert erneuert. Aus der Romanik ist ein Kapitell in der nördlichen Sakristei bedeutend, das Kruzifix aus der Spätgotik, aus dem Barock die Tafelbilder der Empore von 1714. Die historische Wohnbausubstanz des Ortes ist durch Barockbauten geprägt, die sich um den im Stil der Renaissance errichteten Marktbrunnen und entlang der Straße zur Kirche (ehem. Pfarrhaus 1743 vom Baumeister Meier aus Ludwigsburg) gruppieren. In der Nähe befindet sich auch das klassizistische Backhaus von 1841. Meimsheim hat sich am 1.4.1972 der Stadt Brackenheim angeschlossen.

Stadtteil Neipperg

Die staufische Burg mit ihren zwei Bergfrieden, einst Stammsitz der Grafen von Neipperg, prägt das Dorfbild. Eine Familie v. Neipperg wird im Jahre 1212 erstmals urkundlich erwähnt. Die Familie baute hier in staufischer Zeit eine bemerkenswerte Burganlage. Es handelt sich um zwei unmittelbar beieinander liegende und auch zusammengehörige, jedoch baulich völlig getrennte Burgen mit zwei gewaltigen Türmen: Die untere und die obere Burg. Auf der leicht abfallenden Bergspitze befindet sich die untere Burg mit einer Ringmauer und einem romanischen Bergfried aus Buckelquadern. Bergseitig folgt die obere Burg ebenfalls mit Ringmauer und einem Turm an der bergseitigen Ecke. Dieser Turm wurde als Donjon, d.h. als Wohnturm, benutzt und besitzt noch Räume aus dem 12. Jahrhundert. Um die Wende zum 13. Jahrhundert ist der Ort als Burgweiler entstanden. Die evangelische Pfarrkirche St. Katharina, eine spätgotische Chorturmkirche aus dem Jahre 1478, im Ort unterhalb der Burg gelegen, birgt mehrere Gräber derer von Neipperg aus dem 16. Jahrhundert. Zwischen Kirche und Burg markiert die renovierte Fachwerkkelter des 18./19. Jahrhunderts die Ortsmitte, schräg gegenüber das Rat- und Schulhaus des 19. Jahrhunderts neben der Kirche, erbaut 1835. Das Gebäude wurde 1983 umgebaut und beherbergt seitdem das Landgasthaus "Flämmle". Neipperg hat sich am 1.1.1974 der Stadt Brackenheim angeschlossen.

Stadtteil Stockheim

Die Geschichte Stockheims ist eng mit der des Deutschritterordens verbunden, der die Ortschaft bis 1805 innehatte. Stockheim wird beherrscht von Schloss Stocksberg, das aus der staufischen Burg der Herren von Stocksberg hervorgegangen ist. Aus dieser Zeit sind noch die Gräben, Mauern und der 30 m hohe zinnenbekrönte Bergfried erhalten. Das nachfolgende Renaissanceschloss des Deutschen Ordens aus dem Jahre 1522 wurde 1525 im Bauernkrieg zerstört. Aufgebaut wurde es wieder 1574. Die erhaltenen Wohngebäude dieser Bauperiode sind spätmanieristisch geprägt. Dazu zählt der Treppenturm mit Renaissanceportal, flankiert von einem weiteren Portal mit reichem Schmuck und von Malerei umrahmten Fenstern. Der Hauptflügel des Schlosses versah im letzten Viertel des 19. Jahrhundert den damaligen Besitzer, der Sektfabrikant Eduard Geißler, mit einer historischen Inneneinrichtung. Das Schloss befindet sich heute in Privatbesitz.

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