Wolfgang Knurr geht in den Ruhestand
Eine Ära geht in Brackenheim zu Ende: Nach fast 45 Jahren im Berufsleben und 23 Jahren bei der Stadt Brackenheim hat sich Wolfgang Knurr in der vergangenen Woche in den Ruhestand verabschiedet. Der langjährige Leiter des Teams Zentrales Gebäudemanagement gehörte damit zu den Urgesteinen des Brackenheimer Rathauses, zahlreiche größere Bauvorhaben der Heuss-Stadt tragen seine Handschrift.
Bürgermeister Thomas Csaszar ließ am vergangenen Donnerstag im Rahmen einer Ansprache die Dienstzeit des gebürtigen Rheinländers Revue passieren. Wolfgang Knurr begann im Jahr 1976 eine Lehre als Technischer Zeichner in seiner Heimat Rheine, zwischen Münster und Osnabrück. Nach dem Besuch der Fachoberschule und dem Wehrdienst setzte er von 1982 bis 1988 ein Architektur-Studium drauf und erwarb so den Abschluss als Diplom-Ingenieur. Im Anschluss an sein Studium hat es ihn ins Schwäbische verschlagen. Bei den Firmen Rohrbach und Huber sowie Domino in Heilbronn agierte er für viele Jahre als Bau- und Projektleiter und sammelte so reichlich Erfahrung an der „Baustellen-Front“.
Im Juni 2002 begann er schließlich seine Tätigkeit im Bauamt der Stadt Brackenheim und verstärkte dort zunächst den baurechtlichen, nach kurzer Zeit dann den technischen Bereich. Im Jahr 2009 übernahm er die Sachgebietsleitung des gesamten technischen Bereichs innerhalb des damaligen Stadtbauamts. Nach der Umstrukturierung innerhalb des Rathauses wurde ihm im Jahr 2014 die verantwortungsvolle Stelle des Teamleiters für das Zentrale Gebäudemanagement übertragen. Neben der Betreuung zahlreicher städtischer Bauvorhaben und der Planung von vielen kleineren Projekten war er mit seinem Team zusätzlich für den Betrieb, die Unterhaltung und ggf. auch für die Sanierung von über 200 städtischen Gebäuden und Liegenschaften verantwortlich und in dieser Form auch Vorgesetzter der städtischen Hausmeister.
Doch vor allem hat Wolfgang Knurr in den vergangenen 23 Jahren unzählige Hochbaumaßnahmen der Stadt Brackenheim betreut. Zu seinen ersten Projekten gehörten beispielsweise der Bau der zweiteilbaren Sporthalle am Hirnerweg, die Sanierung der Verbandssporthalle und der Neubau des Nordbaus des Zabergäu-Gymnasiums. Auch beim Bau der Kita am Schulzentrum und der umfassenden Sanierung der Theodor-Heuss-Schule im Jahr 2015 hat Wolfgang Knurr die Federführung übernommen. Das aus seiner Sicht wohl schwierigste Bauvorhaben war die Erweiterung des Rathauses in den Jahren 2009 bis 2011. Schließlich stellten sich nicht nur im Vorfeld dieses Großprojekts, sondern auch im Laufe der Bauarbeiten immer wieder neue Herausforderungen – Geothermie-Bohrungen, historische Funde im Baufeld, Lieferschwierigkeiten, ein sportlicher Zeitplan und schließlich ein Umzug der gesamten Verwaltung im laufenden Betrieb sorgten durchaus für die ein oder andere angespannte Diskussion. Schließlich konnte jedoch auch dieses Großprojekt erfolgreich bewältigt und wie geplant am 11.11.11 gemeinsam mit der Bürgerschaft eine großes Eröffnungsfest gefeiert werden. Natürlich übernahm Wolfgang Knurr auch für das bislang größte städtische Bauprojekt aller Zeiten die federführende Betreuung von städtischer Seite aus: Der jüngst eröffnete Neubau der Kita in Hausen schlug mit Investitionskosten in Höhe von rund 7,5 Millionen Euro zu Buche.
Bei allen Bauprojekten war Wolfgang Knurr eine echte Allzweckwaffe für die Verwaltung. Als kompetente Bauherren-Vertretung vor Ort bewahrte er stets den Überblick über die jeweiligen Baustellen und die anstehenden Arbeiten. Mit seiner durchaus auch mal deutlichen und direkten Art wahrte er dabei auch stets die Interessen der Stadt auf den Baustellen im Stadtgebiet.
Außerdem griff Wolfgang Knurr oftmals auch selbst zum Zeichenstift und erstellte die Planung zu verschiedenen städtischen Bauvorhaben in Eigenregie. So stammen beispielsweise die Entwürfe für den Einbau der Kindertagesstätte in das ehemalige Krankenhaus sowie für den Umbau des Bettentrakts zur Unterbringung von Geflüchteten allesamt aus seiner Feder.
Neben seinem beruflichen Engagement brachte sich Wolfgang Knurr viele Jahre auch als Personalrat sowie als Sicherheitsbeauftragter für die Verwaltung für seine Kolleginnen und Kollegen ein.
Nun freut er sich auf den anstehenden Ruhestand – und hat viele Pläne. Mehr Zeit mit der Familie zu verbringen, insbesondere mit den bald zwei Enkeln, steht ganz oben auf der Liste. Mit dem Deutschlandticket desöfteren spontan auf Reisen zu gehen und die Bundesrepublik zu erkunden, ist ebenfalls in Planung. Und sicherlich wäre eine erneute Meisterschaft seines Lieblingsvereins Borussia Mönchengladbach für ihn eine tolle Sache, wenngleich sich die Wahrscheinlichkeit dafür in engen Grenzen halten mag.
Bürgermeister Thomas Csaszar dankte Wolfgang Knurr für die jahrzehntelange zuverlässige Arbeit und überreichte ihm einen Geschenkkorb der Stadt. Fachbereichsleiter Heiko Bleibdrey und Personalratsvorsitzende Martina Schmidhuber wünschten dem scheidenden Kollegen im Namen der Mitarbeiterschaft alles Gute für den anstehenden Ruhestand.
