Amtsblatt aktuell: Stadt Brackenheim

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Veröffentlichung: 44/2025

Fachtag: Jugendliche einbeziehen und ernst nehmen

Jugendliche in politische Entscheidungen einzubeziehen, ihre Anliegen ernst zu nehmen und ihnen aufmerksam zuzuhören ist ein wichtiger Beitrag zur Stärkung der Demokratie – erst recht in Zeiten zunehmender Polarisierung, gezielter Desinformation und demokratiefeindlicher Tendenzen. Oder mit anderen Worten: Jugendlichen wollen und müssen ernst genommen werden. Darum ging es beim Fachtag „Demokratie connected“ am vergangenen Freitag im Bürgerzentrum. Unter Federführung der Volkshochschule Unterland und mit Unterstützung des Stadt-Kreisjugendrings, des Kreisjugendreferats sowie der Städte Brackenheim und Güglingen wurden an diesem Nachmittag Entscheidungsträger, Fachkräfte aus dem Jugendbereich, Mitarbeiter der Verwaltungen und vor allem Jugendliche zusammengebracht, um sich über dieses Thema – und über weitere aktuellen Themen – auszutauschen.

„Wenn junge Menschen nicht früh erleben, dass sie mitgestalten können, dann verlieren sie das Vertrauen in politische Prozesse. Dann wächst die Distanz – und das dürfen – und das können wir uns nicht leisten“, brachte Bürgermeister Thomas Csaszar bei seinem Grußwort zum Ausdruck. In Brackenheim gebe es bereits einige Formate zur Jugendbeteiligung, zum Beispiel die jährliche Jugendkommunalkonferenz, der regelmäßige Besuch von Schulklassen im Rathaus, bei Angeboten des Theodor-Heuss-Museums und der Stadtbücherei sowie projektbezogene Workshops für junge Leute zu aktuellen Vorhaben wie beispielsweise zuletzt zu den Planungen des künftigen Pump-Tracks im Wiesental.

Und dennoch sei es für die Städte oftmals gar nicht so leicht, Jugendbeteiligung konkret umzusetzen. Was interessiert die Jugendlichen, wie erreicht man sie am besten und welche Formate ermöglichen eine lebendige Diskussion? - diese Fragen stellt man sich auch regelmäßig in den Rathäusern und in den Gemeinderäten der Region. Sicher sei jedoch, so Bürgermeister Thomas Csaszar: „Wenn Beteiligung niedrigschwellig, ehrlich und konsequent gedacht wird – wenn sie an den Themen ansetzt, die Jugendliche wirklich bewegen – dann entsteht Vertrauen. Und Vertrauen ist die Grundlage jeder Demokratie – lokal wie global. Deshalb ist Jugendbeteiligung auch in den Augen des Moderators Christopher Wittkopp kein nettes Zusatzprogramm, sondern eine Investition in die Zukunft unserer Demokratie. „Denn wer heute erlebt, dass seine Meinung gehört wird, dass Engagement Wirkung hat - der wird sich auch morgen einbringen: im Verein, in der Kommune, in der Politik“, so seine Hoffnung.

So geht es nach dem Impulsvortrag des Schauspielers und Moderators Christopher Wittkopp an die Thementische. Engagiert wird dort zu Themen wie Generationengerechtigkeit, Fake News, Beteiligung in Krisenzeiten und zu aktuellen Bedrohungen unseres Demokratie sowie zu weiteren Schwerpunkten diskutiert – Jung und Alt auf Augenhöhe. Die Ergebnisse werden von der Künstlerin Claudia Marshall graphisch im Comic-Stil festgehalten und bei der anschließenden Fishbowl-Diskussion wieder aufgegriffen. Diese moderne Form der Podiumsdiskussion mit Vertretern aus Politik und Jugendlichen widmet sich such der Frage, wann und wie sich eine wehrhafte Demokratie wehren muss und kann.

Die Ergebnisse sollen, so die Hoffnung von Cheforganisatorin und VHS-Leiterin Roswitha Keicher in einen Leitfaden für Kommunen zur Jugendarbeit einfließen. Doch auch ganz konkret nehmen die Vertreter der Städte etwas aus diesem Nachmittag mit, zum Beispiel den klaren Wunsch der jungen Leute nach einem interaktiven Social-Media-Auftritt, der auch Feedback zu aktuellen Themen ermöglicht.

Unterstützt wurde die Veranstaltung vom Volkshochschulverband Baden-Württemberg. Aus dem Förderprogramm unter dem Motto „Ratschlag für Demokratie“ standen 5.000 Euro für dieses Projekt zur Verfügung. Mit an Bord war auch das Jugendhaus Epizentrum, dass für die Bewirtung am Nachmittag sowie beim abschließenden Konzert am Abend sorgte.

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