Diakon Jochen Baral wird als Pastor der neuen Apis-Gemeinschaftsgemeinde eingeführt
Eine „schwere Geburt” nimmt ein glückliches Ende. Und um diesen Geburtstag zu feiern, ist am vorvergangenen Sonntag die Brackenheimer Schlossstraße für den Autoverkehr gesperrt. Die Sonne strahlt warm, sogar die Eisheiligen nehmen Rücksicht und beginnen genau nach Plan am Tag danach.
Ein etwas anderer Festgottesdienst auf einer Bühne unter blauem Himmel beginnt mit drei Sängerinnen, Gitarre und Cajón und vielen Gästen. Im Mittelpunkt steht der bisherige Diakon Jochen Baral, der sich seit zehn Jahren um ein reges Gemeindeleben bemüht, dem es aber auf Grund seiner Stellung bisher nur in Absprache mit der Evangelischen Landeskirche erlaubt war, beispielsweise die Sakramente zu spenden.
Mit seiner Einführung als Pastor der Gemeinschaftsgemeinde erhält er von Christoph Baisch, Dekan des fusionierten Kirchenbezirks Heilbronn-Brackenheim, mit der Urkunde des Landesbischofs eine Reihe Befugnisse. Ein komplizierter Vorgang, auf den der Dekan daher ausführlich eingeht.
„Es ist ein besonderer Tag heute - für Sie, Herr Baral, und auch für Sie als Gottesdienstgemeinde. Das war im Vorfeld schon spürbar, und die Freude liegt auch heute in der Luft - die Freude, einen Gemeinschaftspastor zu bekommen und so den Schritt zur Gemeinschaftsgemeinde tun zu können.”
Diese sei jedoch keine neue Gemeinde - das sei die seit Jahrhunderten in Brackenheim bestehende Kirchengemeinde mit den dazugehörigen Pfarrstellen. Die nun entstehende Gemeinschaftsgemeinde sei eine zusätzliche Gemeinde der anderen Art, deren Einrichtung der Gemeinschaftsverband der Apis bei der Landeskirche beantragt habe. Sie gehöre zur Landeskirche, sei aber von der Struktur her mit dem Api-Gemeinschaftsverband verbunden, was die örtliche evangelische Kirchengemeinde nicht sei.
Jochen Barals „Einführung” - nicht zu verwechseln mit der „Investitur” eines Pfarrers - ermächtigt ihn nun zur öffentlichen Wortverkündung, zum Seelsorgeauftrag, zur Verwaltung der Sakramente und zur Durchführung von Amtshandlungen. Die Bezeichnung „Gemeinschaftsgemeinde” haben die örtlichen Vertreter erweitert zur „Evangelischen Hoffnungsgemeinde Brackenheim”.
Die Aufgabe, die Gottesdienste der Api-Gemeinschaftsgemeinde und die der Brackenheimer Kirchengemeinde in einer gemeinsamen Gottesdienstordnung zusammenzustellen, hätten deren Vertreter bereits gemeistert, stellt Dekan Baisch fest, sodass „es nun losgehen kann mit der Gemeinschaft der Gemeinden in aller Verschiedenheit”.
Es folgen Zeugenworte von Pfarrer Matthias Hanßmann und Martina Wolff, ein Auftritt der Kinder des Naturkindergartens Hoffnungsland, und Clown Benji.
Sie überbrachten Jochen Baral die besten Wünsche: v.li.: Bürgermeister Thomas Csaszar, Stephanie Kings, Christoph Baisch, Jochen Baral, Matthias Hanßmann, Stefan Kuhn, Heide Kachel, Carsten WaißAuch die Festpredigt ist außergewöhnlich. Gemeinsam mit Ehefrau Eva rekapituliert Jochen Baral die Sorgen und Gedanken der letzten Wochen, berichtet aber auch über die vielen Projekte, die er mit vielen Menschen angestoßen hat und wie die Gemeinde zum Hoffnungsplatz für viele geworden ist. Gemeinsame Lieder und Gebete runden den Gottesdienst ab.
In seinem Grußwort bezeichnet Bürgermeister Thomas Csaszar den Tag als besonderen Tag für die lange Kirchengeschichte der Stadt, ein Tag des Aufbruchs in einer Zeit, in der Hoffnung für viele Menschen wichtig sei. Die neue Gemeinschaftsgemeinde sei mehr als nur ein organisatorischer Akt - eher ein Ausdruck gelebten Glaubens, der Orientierung, Hoffnung, was die Gesellschaft heute dringend brauche, ein Ort, der Kraft und Sicherheit gebe und an dem christliche Werte gelebt werden könnten.
Weitere Grußworte folgen von der Synodalvorsitzenden des Kirchenbezirks Heilbronn Heide Kachel, Pfarrer Carsten Waiß, Pfarrerin Stephanie Kings und Pfarrer Matthias Hanßmann, 1. Vorsitzender der Apis, Ev. Gemeinschaftsverband Württemberg e.V.
Die anschließenden Stunden gehören einem gemeinsamen Mittagessen sowie einem Unterhaltungsprogramm für Groß und Klein mit Clown Benji sowie Ulli Baral und den Los Trommlos.
Helga El-Kothany
