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Veröffentlichung: 18/2026

Tag des Baums: Sie zittert und sie rauscht so schön

Der Baumspazierpfad ist um eine "zitternde Schönheit" reicher. Im Bild v.li.: Bürgermeister Thomas Csaszar, Manuela König (WaldNetzWerk Heilbronn), Dr. Giovanna-Beatrice Carlesso, Lukas Georgi.

"Und sie tanzt den Zitterpappel-Tango", wenn man dem Chor der kleinen Waldwichtel aus dem Waldkindergarten glauben kann. Das Publikum, das am Freitagvormittag bei strahlendem Sonnenschein zum Baumspazierpfad hinter dem Bürgerzentrum gekommen ist, „zittert” zum Tango jedenfalls gut gelaunt mit.

Einen Tag vor dem Internationalen Tag des Baumes am 25. April wird bereits zum 25. Mal auch in Brackenheim gemeinsam mit dem Theodor-Heuss-Museum in einer kleinen Feier ein Baum gepflanzt, in diesem Jahr die Zitterpappel, auch Espe genannt, der Baum des Jahres 2026.

Diese Tradition des Baumpflanzens sei hier „tief verwurzelt”, wie Bürgermeister Thomas Csaszar zweideutig humorvoll sagt, und sie habe auch eine Verbindung zu Brackenheims berühmtem Sohn Theodor Heuss. Dieser habe 1952 nicht nur das Protektorat über die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald übernommen, sondern habe im selben Jahr auch mit der Pflanzung eines Ahornbaumes im Bonner Hofgarten den Tag des Baumes ins Leben gerufen.

Die Liebe zum Wald liegt wohl in Heuss’ Familie mütterlicherseits begründet, einer Pfälzer Försterfamilie, in deren Wappen sich der Spruch „In silva salus” findet - „Im Wald liegt das Heil/die Rettung”.

Initiiert wird der Tag jedoch schon 1872 von dem Amerikaner Julius Sterling Morton, ein Tag, der, wie Thomas Csaszar den Begründer zitiert, im Gegensatz zu anderen Festtagen in die Zukunft weise.

Näher auf die Besonderheiten der Zitterpappel geht Revierförster Lukas Georgi ein. „Sie kann eigentlich alles.” Sie kann vor allem viel vertragen: Hitze, Kälte, Trockenheit, Nässe. Dazu wächst sie schnell, bis zu zwei Meter pro Jahr. Und während ihr Holz weich und leicht ist und sich hauptsächlich für Spanplatten eignet, ist sie ein wertvoller Pionierbaum, mit dem man schnell gestörte Flächen wieder bepflanzen kann. Ihr Schirm lässt viel Licht durch, sodass andere Bäume darunter wachsen können.

Auch ökologisch ist sie von großem Nutzen. Nicht nur dem Schillerfalter, sondern zahlreichen anderen Schmetterlingen dient sie als Nahrungsquelle, und in ihrem Stamm finden viele Vögel ihre Nisthöhlen.

Helga El-Kothany

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