Feucht-fröhlicher Fasnetsumzug
Das ist beeindruckend: Zum 15. Mal stellte die 1. Fasnetzunft Brackenheim zu Beginn der närrischen Zeit einen großen Umzug in der Tradition des schwäbisch-alemannischen Fasnet auf die Beine. Mit 70 Zünften aus ganz Baden-Württemberg und mehr als 1.500 Hästrägern gehört der Umzug in der Heuss-Stadt schon längst zu den größeren Fasnetsveranstaltungen in der Region und gibt auch einen hervorragenden Einblick in den Brauch der schwäbisch-alemannischen Fasnet – die Bandbreite der Masken reichte von martialisch-schaurig bis zu lustig-frech.
Foto: Birger RomlerGroß war auch das Interesse der Gäste, die dem eher durchwachsenen Wetter (und der noch schlechteren Wettervorhersage) trotzten, um bei diesem besonderen Ereignis dazu zu sein. Tausende Schaulustige säumten die Gassen der historischen Altstadt, um das närrische Treiben mitzuerleben – und das trotz Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. „Es ist toll, was die 1. Fasnetzunft Brackenheim auf die Beine stellt“, dies brachten viele Besucher zum Ausdruck. Und tatschlich wissen immer mehr Besucher dieses große Engagement zu schätzen und finden an dem traditionellen närrischen Treiben mit seinem bunten Spektakel ihren Gefallen. Dabei kommt nicht nur der Spaß, sondern auch die Information und damit die Vielfalt der schwäbisch-alemannischen Fasnet nicht zu kurz. Bestens gelaunt nahmen an zwei Sprecherstellen Zunftmeisterin Beate Ramm und Hartmut Weiss, ehemaliger Präsident der Wobachspatzen aus Bietigheim-Bissingen, die Zünfte in Empfang, informierten über deren Herkunft und gaben lautstark deren Narrenrufe zum Besten.
Getreu des Mottos „Nach dem Umzug ist vor der Party“ lud der Verein noch bis in die späteren Abendstunden zur großen Fete um das Rathaus ein. Aufgrund des Brandschutzes und der zwischenzeitlich größeren Dimension der Veranstaltung war nur der vordere Teil der Rathaus-Tiefgarage nutzbar. Doch das tat der guten Stimmung keinen Abbruch, denn stattdessen hatte die Fasnetzunft auf dem benachbarten Kirchplatz ein kleines „Narrendorf“ aufgebaut. Ein DJ sorgte für die passende Tanzmusik und auch die Guggen-Truppen griffen noch das ein oder andere Mal zu ihrem Blechblasinstrument oder Schlagzeug.
Ein solcher Umzug stellt natürlich eine enorme logistische Herausforderung für den Verein dar. Mehr als 60 ehrenamtliche Kräfte waren vor, während und nach dem Umzug im Einsatz, um dieses Großereignis zu stemmen und die Innenstadt sowie den Schulhof am Tag danach wieder auf Vordermann zu bringen. Verstärkt wurde das Team der 1. Fasnetzunft Brackenheim vom Meimsheimer Zechverein Blasenberg, dem TSV Meimsheim sowie von Schülerinnen und Schüler des Zabergäu-Gymnasiums. Erwähnens- und bemerkenswert ist auch der große Einsatz der Mitarbeiter des städtischen Bauhofs, die sich nicht nur für einen wichtigen Teil der Logistik, sondern darüber hinaus auch gemeinsam mit einer Baufirma aus der Region sowie der Brackenheimer Feuerwehr für die Umsetzung des umfangreichen Sicherheitskonzepts verantwortlich zeichneten.
Foto: Birger RomlerBeim Zunftmeisterempfang im Bürgersaal des Rathauses im Anschluss an den Umzug dankten Zunftmeisterin Beate Ramm und Organisator Jens Lalos allen Beteiligten für die hervorragende Unterstützung. Auch Bürgermeister Thomas Csaszar hob das große ehrenamtliche Engagement der Fasnetzunft hervor. „Nicht nur während der Kampagne, sondern über das gesamte Jahr ist die 1. FZB ein Aktivposten für unsere Stadt“, betonte er.
