Stadt Brackenheim

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Erneuerbare Energie

Wind-, Wasser-, Sonnen- und Umweltenergie

Windenergie

Das gesamte Brackenheimer Gebiet ist für den wirtschaftlichen Betrieb von Windkraftanlagen ungeeignet. Es mangelt - vor allem wegen den fehlenden Höhenlagen - an einer ausreichenden Windhöffigkeit (das durchschnittliche Windaufkommen an einem Standort), die ab 5,8 m/s beginnt.

Als einziger Standort mit einer bedingten Windhöffigkeit (Windklasse 6 mit 5,5 bis 5,75 m/s durchschnittlicher Windgeschwindigkeit, 2011 festgestellt vom TÜV SÜD) kommt das Gebiet "Hörnle" (mit 336 m ü.NN. der höchste Punkt Brackenheims im Grenzgebiet zu Nordhausen) zwar grundsätzlich in Frage. Allerdings sind die Kosten für eine Stromleitung bis kurz vor Nordhausen zur Einspeisung des erzeugten Stroms in das allgemeine Versorgungsnetz so hoch, dass sich bei der bedingten Windhöffigkeit kein wirtschaftliches Projekt darstellen lässt.

Wasserenergie

Auch hier ist Brackenheim nicht mit Potenzial gesegnet. Ob Herrenwiesenbach, Forstbach, Kiesbach oder Neipperberger Bächle; diese Bäche haben weder eine ausreichende Wassermenge noch Fallhöhe, um eine Wasserkraftanlage wirtschaftlich betreiben zu können. Einzig die Zaber hat ein gewisses Potenzial, dessen Nutzung durch die Stadt derzeit aus planungsrechtlicher Sicht nicht möglich ist. Eine Kleinwasserkraftanlage betreibt bisher ein privater Betreiber im Meimsheimer Bereich der Zaber, der aus Kirchheim stammt.

Die Stadt nützt die Wasserkraft seit Jahren in einem ganz anderen Zusammenhang, nämlich bei der Trinkwasserversorgung. Der Hochbehälter Muckenloch oberhalb von Hausen versorgt Brackenheim bis auf zwei Stadtteile mit Trinkwasser, das aus einer Mischung von eigenem Quellwasser (Lauffener Schlinge) und Bodenseewasser besteht. Letzteres kommt mit einem so hohen Fließdruck im Hochbehälter (aus einem anderen Hochbehälter) an, dass für eine Nutzung der Fließdruck gemindert werden muss. Und über diese Druckminderung wird ein Motor (Schorch, Nennleistung 37 kW) angetrieben, der Strom erzeugt und diesen in das Netz der EnBW einspeist.
Im Durchschnitt werden jährlich 105.000 kWh erzeugt, davon 75 % während der HT-Zeit (Hochtarifzeit von 06:00 bis 21:00) und 25 % während der restlichen NT-Zeit (Niedertarif). Die Einspeisevergütung wurde von der EnBW mit Wirkung zum 01.04.2015 gesenkt: Die Gutschrift liegt nun bei jährlich rund 3.700,- €.  

Sonnenenergie

Hier ist das Potenzial unerschöpflich. Die Sonne gibt es für alle - und dazu völlig kosten- sowie CO2-frei. Sie muss nur "angezapft" werden. Und es gibt noch viele geeignete Dächer im Gebiet der Gesamtstadt Brackenheim, die Privatleuten, Landwirten, Unternehmen oder auch der Stadt gehören, und die mit Sonnenkollektoren (zur Warmwasserbereitung) oder Solarzellen (zur Stromerzeugung) ausgestattet werden könnten. Aktuell überwiegen PV-Anlagen (Fotovoltaikanlagen) zur Stromerzeugung deutlich.

Die Bürgerenergie Zabergäu eG, eine Genossenschaft mit Sitz in Brackenheim, baut und betreibt seit Jahren große Fotovoltaikanlagen im Zabergäu, darunter auch sieben auf öffentlichen Gebäuden der Stadt Brackenheim sowie auf dem Glasdach des zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB). Alle Details zu den Anlagen und Stromerträgen finden Sie auf der Webseite der Bürgerenergie.
Mit Stand 31.12.2017 werden auf den Dächern der öffentlichen Gebäude Brackenheims insgesamt elf Anlagen mit einer Gesamtleistung von 497,8 kWp (Kilowatt peak) durch Dritte betrieben, die dafür jährlich eine Dachmiete von rund 4.000 € an die Stadt zahlen. Im Jahr 2017 wurden 513.839 kWh Strom erzeugt (1.032 kWh/kWp), der komplett ins öffentliche Netz eingespeist wird. Details können Sie im Energiebericht 2017 auf S. 12 nachlesen.

Durch die deutlich gesunkenen Strom-Einspeisevergütungen von heute unter 12 Ct/kWh lohnt es sich allerdings nicht mehr, eine PV-Anlage zu installieren, die den Strom zu 100 % ins öffentliche Netz einspeist. Sinnvoller ist die Konzeption einer Anlage, die einen hohen Eigenverbrauch gewährleistet, wodurch man sich die Kosten des Strombezugs von etwa 25 bis 28 Ct/kWh spart. Die Hauptstromproduktion geschieht tagsüber, der höchste Stromverbrauch ist in Privathaushalten morgens und abends. Deshalb macht es Sinn, auch über Speicherbatterien und eine erhöhte Unabhängigkeit vom Stromversorger nachzudenken. Hier hilft einer der vielen Unabhängigkeitsrechner. Probieren Sie ihn einfach mal aus.   

Allerdings - im Sinne der in den Medien täglich beschworenen Energiewende wäre es schön, wenn diese nicht nur in einer "Stromwende" sondern endlich auch in einer "Wärmewende" bestehen würde. Dafür muss vor allem der Einsatz von Sonnenkollektoren (Flach- oder Vakuumkollektoren) zur Warmwasser- oder Prozesswärmeerzeugung verstärkt werden. Bedenken Sie - jedes Dach gibt es nur einmal. Und in dem einen oder anderer Fall kann eine Kollektoranlage sinnvoller sein. 

Umweltenergie

Darunter wird die Nutzung der Energie aus Luft, Erdreich oder Grundwasser über Wärmepumpen verstanden. Auch hier ist das Potenzial eigentlich unerschöpflich. Im Gegensatz zur Sonnenenergie aber sind die eingesetzten Techniken nicht unproblematisch. Und als Antrieb wird Strom benötigt!
Luft-Wärmepumpe: Der Luft die Wärme ausgerechnet im kalten Winter zu entziehen und zu Heiz- und Warmwasserzwecken zu nutzen, macht nur bei sehr gut gedämmten Neubauten oder energetisch hervorragend sanierten Altbauten Sinn. Ansonsten lohnt es sich kaum, in ein System zu investieren, dass zu hohen Stromkosten vergleichsweise wenig Wärme produziert.
Sole-Wärmepumpe: Dem Erdreich die Wärme zu entziehen, ist da wesentlich sinnvoller. Das Erdreich hat über das ganze Jahr eine konstante Temperatur im Plusgradebereich; bei einem Flächenkollektor etwas niedriger, bei Tiefbohrungen etwas mehr. Allerdings sind diese Bohrungen nicht unproblematisch, wie sich immer wieder gerade in Baden-Württemberg gezeigt hat: Im süddeutschen Schichtstufenland gibt es viele Gipskeuperschichten (Anhydrit). Unter Wassereinwirkung kann er aufquellen und sogar zu oberirdischen Hebungen führen. Deshalb ist für die Bohrung eine Genehmigung erforderlich.  
Grundwasser-Wärmepumpe: Diese ist in jedem Fall genehmigungspflichtig, da dem Grundwasser (konstante Temperatur von um die 10°C) über zwei Brunnen Wasser für die Wärmepumpe entnommen und wieder zugeführt wird. Diese Nutzung hat sich nie wirklich durchgesetzt, da die wasserrechtlichen und technischen Auflagen und Voraussetzungen vergleichsweise schwer zu erfüllen sind.

Haben Sie Fragen zum möglichen Einsatz solcher Anlagen bei Ihnen? Dann fragen Sie als Bürgerin oder Bürger der Gesamtstadt Brackenheim Ihren Klimaschutzmanager Thomas Königstein.