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Arbeit

Nachfolgend finden Sie eine Pressemitteilung der Agentur für Arbeit mit den wichtigestn Informationen und Neuigkeiten zum Thema Arbeit.

Asylsuchende in Stadt und Landkreis Heilbronn

Aktuell erreicht die Zahl der Flüchtlinge, die in Baden-Württemberg aufgenommen werden, den höchsten Stand seit 1990. Das Integrationsministerium geht davon aus, dass etwa 75 Prozent der Flüchtlinge zunächst als Asylbewerberinnen und Asylbewerber eine Aufenthaltsgestattung beziehungsweise eine Duldung erhalten. Die restlichen 25 Prozent der Flüchtlinge werden einen befristeten  Aufenthaltstitel erhalten.

Laut Statistischem Landesamt wird die Bevölkerung in Baden-Württemberg aufgrund der hohen Zuwanderung bis 2020 auf 10,85 Millionen (+2,7%) steigen. Die Herausforderung der nachhaltigen beruflichen Integrationen der Zuwanderer ist gleichzeitig die Chance, den Fachkräftebedarf in Baden-Württemberg zu decken.

Die  Agentur für Arbeit Heilbronn möchte im Stadt- und Landkreis Heilbronn für diese Menschen frühzeitig einen Beitrag zur Integration in den Arbeitsmarkt und damit auch einen Beitrag zur gesellschaftlichen Integration leisten.

In einem ersten Schritt konnten in Kooperation mit den Kommunen knapp 150 Asylsuchende mit beruflichen Fachkenntnissen und deutschen oder englischen Sprachkenntnissen identifiziert werden. Die Berufe reichen hier vom Bäcker aus Togo über den Elektriker aus Afghanistan bis zum Arzt aus Syrien.

In persönlichen Beratungsgesprächen wird in einem weiteren Schritt ermittelt, welche berufliche Qualifikationen aus den Heimatland nutzbar sind und wo eventuell nachqualifiziert werden muss.

Einige Bewerberinnen und Bewerber sprechen so gut deutsch, dass Sie lediglich Unterstützung bei der Anerkennung ihrer im Heimatland absolvierten Ausbildung benötigen, um anschließend in Arbeit vermittelt werden zu können.

Ein Bewerber beginnt voraussichtlich im  Sommer die Ausbildung zum Altenpflegehelfer.

Um ein differenziertes Bild über die Sprachkenntnisse zu erhalten durchlaufen alle 150 Asylsuchenden Sprachtests beim Berufspsychologischen Dienst der Arbeitsagentur. Anhand der individuellen Ergebnisse kann dann festgestellt werden, wer eine Sprachförderung benötigt und wo bereits gute Grundlagen vorhanden sind.

Neben den erwachsenen Asylsuchenden gibt es auch eine große Zahl sogenannter unbegleiteter Minderjähriger. Diese Jugendlichen lernen aktuell in drei Vorbereitungsklassen an Berufsschulen die  deutsche Sprache. Alle die im Sommer 2015 eine Berufsausbildung beginnen wollen werden von der Berufsberatung der Arbeitsagentur unterstützt und beraten.

Bei Fragen zum Projekt steht Sandra Büchele, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt, gerne zur Verfügung. Tel.: 07131/ 969 166/ E-Mail: Sandra.Buechele@arbeitsagentur.de

Infokasten

Änderungen im Asylgesetz zu Arbeitsmarktzugang und – förderung

Verkürzung des absoluten Beschäftigungsverbotes auf drei Monate

Für Asylbewerberinnen und Asylbewerber sowie geduldete Ausländer wurde die Zeit des absoluten Beschäftigungsverbotes auf drei Monate verkürzt. Damit ist eine Beschäftigung mit Arbeitserlaubnis bereits nach drei Monaten möglich. Bisher war das erst nach neun, für Geduldete erst nach 12 Monaten möglich.

Wegfall der Vorrangprüfung durch die Bundesagentur für Arbeit nach 15 Monaten Aufenthalt in Deutschland

Asylbewerberinnen und Asylbewerbern sowie Geduldeten wird die Zustimmung zur Ausübung einer Beschäftigung im Bundesgebiet ohne Vorrangprüfung erteilt, wenn sie sich seit 15 Monaten ununterbrochen erlaubt, geduldet oder mit Aufenthaltsgestattung im Bundesgebiet aufhalten oder eine Beschäftigung nach § 2 Absatz 2, § 6 oder § 8 der Beschäftigungsordnung (BeschVO) aufnehmen.

Die Vorrangprüfung bedeutet: Es wird geprüft, ob ein/e bevorrechtigte/r Arbeitnehmer/in für den konkreten Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Das sind Deutsche, Staatsangehörige aus EULändern und Ausländer/innen, die schon eine Arbeitserlaubnis haben.

Hinweis: Es gibt einzelne, von der Bundesagentur für Arbeit festgelegte Berufsgruppen, in denen eine Beschäftigung generell und ohne Vorrangprüfung möglich ist. Nach einer Aufenthaltsdauer von 15 Monaten wird keine Vorrangprüfung mehr durchgeführt.

Die Prüfung der Arbeitsbedingungen bedeutet: Asylsuchende dürfen nicht zu schlechteren Arbeitsbedingungen beschäftigt werden als ein vergleichbarer deutscher Arbeitnehmer. Dabei wird untersucht, ob der angebotene Lohn dem Tariflohn entspricht und ob die gesetzlichen Regelungen wie z.B. die Gesetze zum Arbeitnehmerschutz eingehalten

werden. Eine Prüfung der Arbeitsbedingungen wird bis zu einem Aufenthalt von 48 Monaten durchgeführt.

Besonderheit Berufsausbildung

Für eine betriebliche Ausbildung ist keine Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit notwendig. Die Arbeitserlaubnis muss bei der Ausländerbehörde unter Vorlage des Ausbildungsvertrages und der Zusage der Berufsschulpflicht beantragt werden und kann erteilt werden, wenn der / die Asylsuchende seit mindestens drei Monaten in Deutschland lebt.